Lesen gefährdet die Dummheit


Lesetipps für Vielbeschäftigte

Eine Studie belegt, dass in Deutschland nur 8% aller angefangenen Bücher auch bis zum Ende gelesen werden.1 Sicherlich ist nicht jedes Buch lesenswert. Trotzdem ist der Faktor Wissen für alle, die erfolgreich werden wollen (oder es schon sind), die Kernkompetenz schlechthin. Allerdings haben Menschen, die nach Erfolg streben, eines gemeinsam: Wenig Zeit! Buh! Wie du dich dennoch an die Spitze lesen kannst, ohne vielleicht auch ein einziges Buch gelesen zu haben, erfährst du in diesem Beitrag.

 

Meister und Schüler stehen einander gegenüber. Der Schüler hat das Problem, dass er mit dem Lernen nicht vorankommt. Der Meister drückt seinem Schüler daraufhin ein volles Glas Wasser in die Hand und schüttet dann noch fast einen halben Liter in das ohnehin schon volle Glas. Alles läuft über und sammelt sich zu einer Pfütze auf dem Boden. Der Schüler weist den Meister darauf hin, dass das Wasser nicht hineinpasse, weil das Glas ja schon voll war. Darauf antwortet der Meister: „Stimmt. Und genau so, wie dieses Glas voll ist und kein Wasser mehr hineinpasst, so bist auch du voll mit Wissen, Vorurteilen, Glaubenssätzen und Gewohnheiten, dass du bei mir nichts lernen wirst, so lange du nicht bereit bist, Altes auszuschütten, um Neues aufzunehmen!“2

 

Altes ausschütten um Neues aufzunehmen.. [Bildquelle: bigstockphoto.com]

 

Wie offen bist du für neue Ideen?

Vielleicht geht’s dir ja wie mir: Ich bin offen für neue und bessere Ideen. Allerdings habe ich wenig Zeit und trotzdem Lust auf‘s Lesen. Meine Leseliste ist ziemlich lang. Die Zeit dafür ist viel zu kurz. Und trotzdem sollen wir mehr lesen als die »Konkurrenz«? Besser lesen als die »Konkurrenz« ist vermutlich noch klüger. Bei Sachbüchern heißt darum das Schlagwort: Effizienz! Die gute Nachricht: neue Technologien helfen uns dabei.


Innovationen für Vielbeschäftigte und Lesemuffel

Deutschland ist derzeit der Ort einer „bahnbrechenden“ Innovation. Das Berliner Start-up Blinkist zieht die Aufmerksamkeit internationaler Investoren auf sich. 35 Millionen US-Dollar gingen bereits an die App, die große Ideen von über 2.500 Sachbüchern verspricht. Bereits zum zweiten Mal fördern Insight Venture das Jungunternehmen mit Beträgen in Millionenhöhe.3

Zugang zu den Kernbotschaften der besten Bücher der Welt gibt’s nicht nur bei Blinkist sondern auch bei GetAbstract. GetAbstract ist ein in der Schweiz gegründetes Unternehmen, das sich auf die Zusammenfassung von Businessbüchern, Artikeln und Video-Talks spezialisiert hat. Binnen 10 Minuten können die ca. fünfseitigen „Abstracts“ gelesen und der Leser mit viel Wissen bereichert werden. Das Abstract ist auf Kernaussagen beschränkt und wird davor von der Redaktion bewertet.4

Eine weitere Alternative ist die Lernplattform LinkedIN Learning. Hier werden verschiedenste Lehrvideos zu Themen wie Business, Technik und Kreativität angeboten. Durch die Videos kann man von fachkundigen Trainerinnen und Trainern lernen.5   Diese Woche habe ich gehört, dass wir bald auch direkt auf Amazon Lern-Videos kaufen und herunterladen können. Bis jetzt habe ich das noch nicht gesehen, soll aber kommen. Auf LinkedIn funktioniert das schon heute. Auch mit Zertifikat.

 

[Bildquelle: blinkist.com | getabstract.com | linkedin.com]

 

Wissen to go: Effizientes Lese- und Lernvergnügen

 Bei Blinkist oder Get Abstract erfährst du innerhalb von 10-15 Minuten, ob ein Buch für dich überhaupt interessant ist. Jeden Tag ein paar Minuten. Wenn du das nur eine Woche lang durchhältst, hast du danach bereits mehr Sachbuchwissen als der durchschnittliche Bürger. Blinkist vermittelt beispielsweise die Kerninhalte aus den weltweit beliebtesten Sachbüchern, populärwissenschaftlichen Bestsellern und Ratgebern zu Themen wie Produktivität, Kommunikation oder Wissenschaft einfach und schnell in nur 15 Minuten zum Lesen und Anhören in der App. Das Ergebnis sind Kurztexte und professionell produzierte Audiotitel für unterwegs. Die App selbst ist kostenlos. Dazu gibt’s täglich einen Gratis-Blink zum Lesen oder Anhören. Der unbegrenzte Zugang zu allen Zusammenfassungen ist allerdings (wie bei GetAbstract) kostenpflichtig. Auch für die Lehrvideos von LinkedIN muss ein Abo abgeschlossen werden. Vielleicht auch für dich gut investiertes Geld, für ein effizientes Lese- und Lernvergnügen.

   

Zuerst reinzuhören ist besser als zuerst zu lesen!

Liest du lieber mit den Ohren oder mit den Augen? Ein Tipp, den ich sehr spannend gefunden habe: „Wenn es die Möglichkeit gibt, ein Buch zuerst zu hören statt zu lesen, dann ist die Hörvariante die zeitsparendste Variante. Erst, wenn das Hörbuch spannend ist, wird das Buch gekauft.“ Darauf schwört der deutsche Verkaufs-Trainer Dirk Kreuter.6   Außerdem gibt es viele Bücher als Audioversion. Übrigens: Auch Audible kann man einen Monat lang kostenlos testen. Bei längeren Autofahrten sind Hörbücher genial. Das Hörbuch allein wäre mir persönlich zu wenig. Da bleibt bei mir einfach nicht genug hängen. Erst mit dem Buch werden die Inhalte dann ordentlich durchgearbeitet.

 

[Bildquelle: bigstockphoto.com] 

 

Gibt es einen Trick, um schneller zu lesen?

Die Wahrheit ist: Ich lese langsam. Wie die großartige Vera F. Birkenbihl bin ich neuronal einfach langsam. Ich muss das erst ordentlich durcharbeiten, bis ich die Sachen wirklich verstanden habe. Dafür habe ich auch länger etwas davon. Wie man die Lesezeit effizient nutzt, ist meiner Meinung nach wichtiger als einfach nur ein Buch nach dem anderen schnell zu lesen. Kurzum, ich sehe das wie Tom Peters:

 

1. Mach dir Notizen!

2. Schreib eine Zusammenfassung!

3. Sprich mit anderen über das, was du gelesen hast!7

 

Dabei geht’s nicht ums Angeben! Alle drei Tipps helfen, das Gelesene zu vertiefen, damit auch etwas hängen bleibt. Ich habe vor langer Zeit in der Schule gelernt, dass man in Bücher nichts markieren darf und auch nicht hineinschreiben darf, weil Bücher wertvoll sind. Das ist Bullshit! Bücher müssen durchgearbeitet werden. Wie du ein Buch nachbearbeitest, ob mit Textmarker, Notizblock, Word, OneNote oder EverNote, liegt an deiner eigenen Arbeitsweise. Wichtig ist nur: Bei einem guten Sachbuch darf auf der letzten Seite nicht Schluss sein!

 

Egal wo ich hingehe, ich habe heute immer mehrere Bücher dabei

Ich mache das heute mit kindle. Da musste ich mich erst daran gewöhnen, aber ebooks haben einfach unschlagbare Vorteile. Ich kann lesen, wann ich will, wo ich will und was ich will. Und kindle erstellt auf Knopfdruck Zusammenfassungen der eigenen Notizen. Die kindle-Zusammenfassung muss man dann schon noch nachbearbeiten. Aber es hilft wieder eines: Zeit zu sparen!

 

[Bildquelle: Gerald Kern]

 

Einfach mehr lesen als die »Konkurrenz«

 1. Lese-Ziele

Regelmäßige Lese-Ziele sind einfach eine gute Idee. Ein Buch mit mehr als 300 Seiten kann schon mal einschüchtern. Dabei kann man Bücher in kleinere Teile aufsplitten (z.B. 30 Seiten), eine vorgegebene Dauer einhalten (z.B. 20 Minuten) und eine regelmäßige Routine einführen, wie z.B.: jede Nacht vorm Einschlafen. Das hilft am Ende des Tages auch zum Runter kommen.

2. Lese-Liste

Ich habe mir früher sogar meine Leselisten ausgedruckt und aufgehängt, damit ich sie immer bildhaft vor der Nase hatte. Bei Amazon geht’s mit dem Warenkorb, bei jedem Handy gibt’s Notiz-Apps oder mit einem anderen App. Wer mit Blinkist, Get Abstract oder Hörbüchern arbeitet, kann diese Leseliste schon vorab deutlich spannender gestalten.

3. Wissen, wann Schluss ist

Ich bin immer noch stolz, wenn ich ein Buch bis zum Ende gelesen habe. Es tut mir auch heute noch weh, aber ab und zu muss schon vor der letzten Seite Schluss sein. Ich lese so oder so immer 2-3 Bücher nebeneinander, damit es immer spannend bleibt. Aber auch das ist wohl eine individuelle Geschmacksache.

 

Die zweitschönste Nebensache der Welt!

Früher habe ich gar nicht gelesen. Bis etwa Mitte 20. Leider! Heute ist es für mich die zweitschönste Nebensache der Welt. Mittlerweile habe ich mehr als 500 einschlägige Fach- und Sachbücher gelesen, teilweise zusammengefasst, oft nachbearbeitet und auch viel darüber gesprochen, was ich gelesen habe. Ich weiß gar nicht, ob ich das mache, weil meine persönlichen Vorbilder wie Dale Carnegie, Vera F. Birkenbihl oder Dirk Kreuter alle selbst viel lesen (bzw. gelesen haben) und darüber erzählen, was sie gelesen haben. Heute finde ich Lesen einfach mega spannend. Neue Ideen. Inspirationen. Andere Gedanken. Heuer habe ich bereits 10 Fachbücher gelesen. Raus mit alten überholten Gedanken und rein mit neuen inspirierenden Ideen.

Wir sind jetzt in einer Generation wo die Eltern von ihren Kindern lernen. Wer nicht auf lebenslanges Lernen setzt, wird langfristig vielleicht durch eine Maschine ersetzt werden. Darum freue ich mich auf die nächsten 500 Bücher. Es gibt so viele hervorragende Bücher, die nur darauf warten, gelesen zu werden!

 

Dein Rhetorik-Trainer
 
Gerald Kern 

 

Ps.: Die besten 99 Fach- und Sachbücher, die ich bis jetzt gelesen habe, findest du hier. Da ist sicher auch ein Buch für dich dabei. Ich bin gespannt ob es ein Buch davon auch auf deine Lese-Liste schafft. Die nächsten Auswahl-Schritte dafür kennst du ja. Viel Spaß!

 


Quellen: