Wir surfen gegen den Strom!


Hinter den Kulissen von 2 Minuten 2 Millionen
UP STREAM SURFING Mitbegründer Michael Strobel im Exklusiv-Interview

Bei einer Pitch-Veranstaltung in den Tiroler Bergen habe ich einen motivierten und gutaussehenden jungen Mann kennengelernt. In einer Skihütte habe ich ihm ein Verspechen gegeben. Wenn er bei der Puls 4 Fernseh-Show „2 Minuten 2 Millionen“ mitmacht, werde ich ihm helfen ein Investment zu bekommen.

Bei der 6 Staffel war es dann soweit, am 21.05.2019 haben Michael und Livia es tatsächlich geschafft zwei Juroren von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Start-Up-Mitgründer Michael Strobel gibt uns einen spannenden und exklusiven Einblick hinter die Kulissen der beliebten TV-Show.

 

UP STREAM SURFING bei 2 Minuten 2 Millionen auf Puls 4. [Bildquelle: © Gerry Frank]

 

Gerald: Michael, wir kennen uns von deinem ersten öffentlichen Pitch bei der Skinovation in Tirol. Du warst damals schon erfolgreich und bist beim Pitch-Contest Dritter geworden. Kurz davor haben wir uns beim „Elevator Pitch Workshop“ kennengelernt. Im Stubaital habe ich dir in der Skihütte versprochen, dass ich dir bei 2 Minuten 2 Millionen helfen würde. Zwei Jahre später habt ihr in der Show tatsächlich ein Investment bekommen. Gratuliere!

Up: Genau, bei Skinnovation hat alles angefangen. Da habe ich meinen ersten Pitch gemacht, vor 100 Leuten. Damals in Englisch. Das Schlimme war, dass ich erst ein paar Minuten vor dem Pitch erfahren habe, dass wir in Englisch pitchen müssen. Das war furchtbar. Aber es war gut, dass ich es gemacht habe. Ich würde auch nicht empfehlen, bei 2 Minuten 2 Millionen das erste Mal in seinem Leben zu pitchen. Man sollte vorher jede Bühne nutzen, um den Pitch zu üben und zu perfektionieren.

Gerald: Mit UP STREAM SURFING surft ihr gegen den Strom. Jetzt surfen auch zwei Investoren mit euch. Wie läuft das Ganze bei 2 Minuten 2 Millionen tatsächlich ab?

Up:2 Minuten 2 Millionen war eine ganz wichtige Sache für uns, da es uns einfach nach vorne gebracht hat. Wir haben uns erst im August beworben und schnell die Antwort bekommen, dass wir bei der 6. Staffel dabei sind. Wir wurden dann gleich gefragt, ob wir Zeit hätten, schon bei der Aufzeichnung in 3 Wochen zu pitchen. Dann haben wir gleich dich angerufen, um mit dir gemeinsam am Pitch und den Fragen zu arbeiten. Die Aufzeichnung selbst hat dann fast ein halbes Jahr vor der eigentlichen Ausstrahlung im Fernsehen stattgefunden. Noch vor der Aufzeichnung in Wien hat Puls4 ein Kamera-Team zu uns nach Innsbruck für eine Homestory geschickt. Das ist dann alles ziemlich schnell gegangen. Obwohl wir schon letztes Jahr bei der Aufzeichnung die Zusage für ein Investment bekommen haben, durften wir bis zur Sendung im Mai nicht darüber sprechen. Das steht so im Vertrag mit Puls 4. Heute dürfen wir nicht nur darüber sprechen, sondern können auch mit dem Investment größer denken.

Gerald: Das ist auch ein wichtiger Punkt. Das window of opportunity ist eigentlich nur dann offen, wenn man eben schon ein paar Mal gepitcht hat. Dementsprechend schon proof of concept hat und trotzdem noch klein genug ist, um für die InvestorInnen interessant zu sein. Wie habt ihr euch auf den Ansturm auf die Homepage vorbereitet? Gibt es Zahlen, Daten und Fakten? Was habt ihr davor gehört? Was ist tatsächlich passiert? Womit habt ihr gerechnet?

Up: Wir haben unsere Webseite vorbereitet und haben überlegt, welche Gutscheine wir auf die Webseite packen können, wie wir dann den Ansturm auf unsere Webseite – während und nach der Ausstrahlung – am besten nutzen können. Dann war die Ausstrahlung, aber leider war es doch nicht so, wie wir es uns erhofft hatten. Es waren in der Woche nach der Show ca. 4.000 Leute auf unserer Webseite. Wir hatten ehrlich gesagt mit mehr gerechnet. Das fanden wir ein bisschen schade. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir einfach kein klassisches Consumer-Produkt sind.

Gerald: Wir hatten bei der „Jungen Wirtschaft“ eine Abendveranstaltung die ich zum Thema „2 Minuten 2 Millionen – Hinter den Kulissen“ moderiert habe. Dort haben die Show-Teilnehmer von 20.000, 30.000 bis zu 60.000 Homepage-Klicks rund um die Ausstrahlung erzählt. Je nachdem ob sie ein Investment bekommen hatten oder nicht, hat sich die Klick-Rate verdoppelt.

Up: Kurz vor der Ausstrahlung habe ich mich mit Freunden unterhalten, zwei Kollegen aus Deutschland die auch schon bei einer Investmentshow mitgemacht haben. Einer hat ein Investment bekommen, der andere nicht und beide haben mir von ihren Erfahrungswerten erzählt. Der eine hat in der Zeit der Ausstrahlung 100.000 App-Downloads geschafft. Er war bei der Höhle der Löwen. Der andere, der kein Investment bekommen hat, hatte ungefähr 30.000 Besucher in der Woche auf seiner Webseite. Das sind schon gute Zahlen für Start-Ups. Deswegen habe ich mir die Zuschauerzahlen von der Höhle der Löwen und von 2 Minuten 2 Millionen angeschaut. Bei 2 Minuten 2 Millionen sind es ein bisschen weniger, so ca. 150.000 bis 200.000. Wir haben auf jeden Fall unsere Webseite vorbereitet, überlegt welche Gutscheine wir auf die Webseite packen können und wie wir dann am besten den Ansturm auf unsere Webseite, während und nach der Ausstrahlung am besten nutzen können.

 

Das UP STREAM SURFING System auf der Kulisse von 2 Minuten 2 Millionen [Bildquelle: © Gerry Frank]

 

Gerald: Gut vorbereitet solltet man schon sein. Beide TV-Shows sind zu ihren Sendezeiten absolute Spitzenreiter in Deutschland und Österreich. Aber es gibt ja auch eine Zeit danach. Was ist in der Woche nach der Show sonst noch passiert?

Up: Es war eine starke Woche für uns! Wir hatten am Dienstag die Ausstrahlung von 2 Minuten 2 Millionen mit ca. 4.000 Leute auf der Webseite. Zwei Tage später kam von der Tirol Werbung ein Video auf Facebook dazu, das sich ca. 25.000 Leute angesehen haben. Es ist wichtig zu wissen, dass es online auch andere Kanäle gibt. Ich war am Wochenende danach auf einem Vortrag an meiner alten Universität in Deutschland, wo eigentlich keiner diesen Sender sehen kann und dort bekam ich gutes Feedback zu unserem Auftritt bei Puls 4. Jetzt öffnet uns die Show und die Namen der Investoren die eine oder andere Türe, die sonst verschlossen geblieben wäre.

Gerald: Die Aufzeichnung ist ja irgendwann im September/Oktober. Zahlt es sich aus, wenn man sich im August noch bewirbt?

Up: Ja, es zahlt sich nicht nur aus, sich spät zu bewerben, es zahlt sich auch aus, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn es um den Pitch geht. Selber ist man beim eigenen Pitch ein bisschen betriebsblind. Ich glaube wir haben da einen ganz guten Schwung hinbekommen, den wir am Anfang nicht hatten. Durch die Show waren wir auch gezwungen uns noch besser mit uns, unseren Zielen und unserem Geschäftsmodell auseinander zu setzen.

Gerald: Normalerweise gibt es noch ein Vor-Casting bei Puls4 in einer Lagerhalle in Wien, dort wart ihr in dem Fall nicht dabei?

Up: Es gab ein Vor-Casting? (lacht) Ich habe das Anmeldeformular ausgefüllt, aber nicht abgeschickt. Dann haben sie uns geschrieben, ob wir nicht mitmachen wollen, wir würden vielleicht gut ins Konzept passen.

Gerald: Also du hast es nicht komplett ausgefüllt und nicht abgeschickt und die haben euch trotzdem kontaktiert?

Up: Joa.

 

Gerald Kern im Interview mit Michael Strobel von UP STREAM SURFING [Bildquelle: © UP STREAM SURFING & Gerald Kern]

 

Gerald: Ein paar meiner Tiroler Start-Ups haben sich auch bei der Höhle der Löwen beworben. Die meisten davon haben nicht einmal eine Antwort bekommen. Habt ihr euch auch bei Höhle der Löwen beworben?

Up: Die haben sogar uns gefragt, ob wir mitmachen wollen. Da war bei 2 Minuten 2 Millionen schon alles im Kasten. Wir haben uns bei der Höhle der Löwen mit einem schönen Video beworben und dann eine Absage bekommen, weil wir schon bei einer anderen Investmentshow mitgemacht haben. Das Video hätten wir uns sparen können, denn die fragen schon im Bewerbungsformular ab, ob man schon bei einer anderen TV-Show mitgemacht hat. Wer zur Höhle der Löwen will muss hier aufpassen. Will man bei beiden Shows mitmachen, funktioniert das zumindest auf diesem Weg nicht. Vielleicht funktioniert es anders herum. Zuerst zu Vox und dann zu Puls 4. Wir sind ein Unternehmen aus Tirol und wollten auch als Tiroler Unternehmen wahrgenommen werden, deswegen sind wir mit unserer Entscheidung zu 2 Minuten 2 Millionen zu gehen sehr glücklich. Außerdem haben wir ja ein Investment bekommen.

Gerald: Ihr seid ja mein zweites Start-Up, dass bei 2 Minuten 2 Millionen ein Investment ergattert hat. Kannst du auch bestätigen, dass bei 2 Minuten 2 Millionen tatsächlich Geld fließt?

Up: Schau dich hier um, wir sitzen in einem Palast. (lacht) Nein, wir haben die erste Tranche Anfang des Jahres bekommen, damit wir die nächsten Meilensteine erreichen können. Wir haben uns für ein Investment entschieden, das an Ziele gekoppelt ist. Die Ziele haben wir zusammen mit den Investoren festgelegt. Die sind auch fair. Das Start-Up soll sich damit in die richtige Richtung entwickeln und das finde ich kein schlechtes Prinzip. Zwischendurch haben ich das auch schon einmal verflucht, weil es leichter wäre mehr Geld zum Arbeiten zu haben. Mehr Geld bedeutet allerdings auch, dass man mehr Geld ausgibt. So erreichen wir unsere Zwischenziele besser und effizienter. Wir haben jetzt die Ziele für den ersten Meilenstein erreicht und haben die zweite Tranche bekommen.

Gerald: Wie viel Kontakt habt ihr eigentlich mit den Investoren?

Up: Die Investoren stehen jederzeit zur Verfügung, wenn wir sie brauchen. Wir wissen ja, was wir zu tun haben, und sind nicht täglich mit ihnen in Kontakt. Wir haben ja zwei Investoren, das ist einmal Dr. Hans-Peter Haselsteiner und der Nachhaltigkeitsexperte Martin Rohla. Der Lead liegt aber bei einem Investor, sprich, der hat den Hauptkontakt zu uns. Bei dem anderen Investor ist eine Investmentfirma dazwischengeschaltet. Es gab dann einen regen Austausch bei der Due-Diligence-Prüfung und den Meilensteinen. Dann gab es noch ein Kick-Off, wo man alles durchbesprochen hat. Wir haben auch eine Präsentation gemacht, wie es bei uns weitergeht und ob wir noch etwas ändern sollen.

Gerald: In der Vorbereitung sind wir gemeinsam die rund 40-50 Standard-Fragen durchgegangen, hat es in der Show eine Frage gegeben, die dich überrascht haben?

Up: Es gab keine Frage, die mich überrascht hat, auch wenn die Jungs und Mädels von Puls 4 im Fernsehen manchmal künstliche Pausen eingebaut haben. Die Standardfragen waren in der Vorbereitung schon hilfreich. Das sind u.a. Fragen nach Kennzahlen wie z.B.: Umsatzfragen, Conversion, Customer Acquisition, Zielen oder Kosten. Bei uns hat die Jury interessiert was eine Einheit kostet, wo wir hin wollen … etc. Es macht einfach Sinn, diese Fragen – genauso wie den Pitch – zu üben und zu trainieren. Man will ja nicht einfach dort stehen und so wirken als ob man keine Ahnung von dem Bereich hat, in dem man sich gerade als Experte positioniert hat.

 

UP STREAM SURFING steht den InvestorInnen bei 2 Minuten 2 Millionen Rede und Antwort. [Bildquelle: © Gerry Frank]

 

Gerald: Jochen Schweizer hat einmal gesagt, dass bei der Höhle der Löwen, die Aufzeichnung eine Stunde dauert und dann wird im TV wesentlich weniger gezeigt. Bei 2 Minuten 2 Millionen wird angeblich viel mehr verwendet. Dort sagen die meisten, die ich gefragt habe, dass die tatsächliche Aufzeichnung ca. 20 bis 30 Minuten dauert. Wie lange hat die Aufzeichnung bei euch gedauert?

Up: Unser Slot war tatsächlich wie im Fernsehen. Man ist dort ca. 20-30 Minuten drinnen und es ist auch wirklich nicht viel rausgeschnitten worden. Leo Hillinger hat zwei Mal probiert meinen Schnurbart zu loben. Schöne „Rotzbremse“ hat er gesagt. Das wurde leider herausgeschnitten. Das finde ich schade. Der Rest war praktisch genauso wie im Fernsehen. Es gibt nur eine einzige Chance. Man kommt raus, stellt sich hin, der Countdown läuft und man hat genau einen Versuch. Bekommt man ein Investment-Angebot, hat man nur 2-3 Minuten eine Entscheidung zu treffen. Man geht kurz nach hinten, bespricht sich rasch und muss sofort wieder rein.

Gerald: Für die, die euren Auftritt nicht gesehen haben, was habt ihr für ein Angebot bekommen?

Up: Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir 80.000 € für 10% als Angebot gestellt, als Gegen-Angebot kam 25% und 125.000 €.

Gerald: Also mehr Anteile, mehr Geld und eine niedrigere Firmenbewertung.

Up: Man geht da rein und weiß, dass man ein bisschen höher ansetzten muss. Ich habe jetzt auch schon oft das Feedback bekommen, dass der Pitch und alles super war, ich aber bei der Firmenbewertung mehr rausschlagen hätte können. Aber ich kenne auch unser Geschäftsmodell und es ist hochriskant. Unser Ziel ist es nicht, so schnell wie möglich zu skalieren. Das Geschäftsmodell soll gut sein, soll sicher sein. Da geht es nicht darum, dass wir viel Geld so schnell wie möglich bekommen. Wir wollen nachhaltig und mit Qualität wachsen.

Gerald: Wir haben uns gemeinsam vorbereitet. Bietet 2 Minuten 2 Millionen auch eine Unterstützung für den Pitch und für die Fragerunde an?

Up: Vielen Dank nochmal für die Vorbereitung, das hat wirklich viel gebracht. Die Fernsehshow bietet auch eine Beratung an, das ist aber eine Online-Beratung. Man macht seinen Pitch, macht ein Video, kann das durchschicken und bekommt von einem Experten Feedback zum Pitch. Dort waren auch nochmal spannende Tipps und Denkanstöße dabei.

Gerald: Startet der Pitch, wenn die Tür aufgeht oder erst, wenn ihr steht? Die Zeit läuft ja schon sobald ihr durch die Tür durch seid, ihr dürft aber erst pitchen sobald ihr bei einem bestimmten Punkt im Raum steht. Außerdem habe ich gehört, dass der Gang zur Tür überhaupt erst später hineingeschnitten wird. Was stimmt hier wirklich?

Up: Es ist tatsächlich wie im Fernsehen. Das Ganze findet in einem Raum statt, aber es ist eine Wand dazwischen und man sieht gar nichts. Man ist wirklich hinter den Kulissen, steht vor dieser Wand, hat einen Knopf im Ohr. Dann kommt ein Countdown und man hat genügend Zeit, damit der Puls hochgehen kann. Die Investoren sieht man zum ersten Mal, wenn die Türe aufgeht. Wir mussten zu einem Punkt am Boden gehen, die Scheinwerfer sind auf einen gerichtet und man muss abliefern. Allerdings wird der Moment vor der Türe bereits vorab aufgenommen. Der Gang zur Türe wird erst später hineingeschnitten. Blöderweise bevor wir überhaupt in der Maske waren.

 

Es gibt genau eine Chance, um die InvestorInnen von 2 Minuten 2 Millionen zu überzeugen [Bildquelle: © Gerry Frank]

 

Gerald: Alle loben die tolle Betreuung vom Puls 4 Team.

Up: Ja wirklich, alle, mit denen man Kontakt hat sind sehr lieb, hilfsbereit, schnell, kompetent und fragen, ob sie zum Surfen vorbeikommen können. (lacht)

Gerald: Angeblich behält sich Puls 4 das Recht vor, die Start-Ups nicht auszustrahlen. Stimmt das?

Up: Man hat keine Garantie, dass man dort gezeigt wird. Ich habe nur zufällig erfahren, dass es wirklich passieren kann, dass man gar nicht ausgestrahlt wird. Ich habe von einem Start-Up gehört, dass sich komplette danebenbenommen hat. Die wurden nicht ausgestrahlt.

Gerald: Wie war der Moment, als die Investoren Interesse gezeigt und gesagt haben, dass sie euch ein Gegenangebot machen?

Up: Das war ziemlich nervenaufreibend. Leo Hillinger hat zuerst abgesagt. Er ist ein leidenschaftlicher Kite-Boarder, aber es ist nicht sein Geschäftsbereich. Florian Gschwandtner hat das auch gesagt, weil es ihm zu analog ist und auch Katharina Schneider hat kein Interesse gezeigt. Dann hat man erst mal drei Absagen. Das Feedback von allen war: Super Produkt, super Pitch, mega cool. Sie haben eben abgesagt, weil unser Produkt nicht in ihren Geschäftsbereichen liegt. Dann kam eben das erste Angebot von Martin Rohla. Danach kam von Hans-Peter-Haselsteiner ein noch besseres Angebot, das war super! Es ist ein schönes Gefühl, auch wirklich ein Angebot zu bekommen. Da ist der Puls noch einmal richtig hoch gegangen.

Gerald: Was war das erste Angebot von Martin Rohla?

Up: Das war 100.000 € cash auf die Hand - zum Arbeiten - für 25% plus eine Stimme.

Gerald: Welchen Unterschied macht es heute in eurer täglichen Arbeit, dass eure Investoren 25% +1 Stimme haben?

Up: Diese 25% plus eine Stimme machen den Unterschied aus, dass die Investoren bei größeren Entscheidungen mitentscheiden können und müssen. Es gibt auch Entscheidungen, die nur dann getroffen werden dürfen, wenn auch ein Investor zustimmt. Das sind aber durchaus legitim und eine sinnvolle Sache. Ich sehe die Investoren ja nicht nur als Investoren, sondern auch als Mentoren. Sie mischen sich aber nicht in unser tägliches Geschäft ein. Man hat ja auch einen Vertrag mit den Investoren. Wir haben diesen Vertrag von Leuten aus der Start-Up-Szene checken lassen. Die haben auch gesagt, dass der Vertrag ziemlich fair ist. Verhandelt haben wir natürlich trotzdem.

Gerald: Was sieht man in der Show nicht? Ratscht man mit den Investoren danach noch gemütlich?

Up: Erstmals freut man sich, dass man es geschafft hat und ein Investment bekommen hat. Das ist ja auch eine Anerkennung der eigenen Leistungen und Arbeit. Man hat aber keine Zeit mit den Investoren großartig zu reden, weil dann der nächste Pitch kommt. Die Jungs und Mädels von 2 Minuten 2 Millionen bauen innerhalb von ein paar Minuten die Bühne um. Das darf man nicht selber aufbauen. Wir haben dann in einer Pause nochmal Martin Rohla getroffen, der uns nochmal gesagt hat, dass er sich auf die Zusammenarbeit freut.

 

UP STREAM SURFING gewinnt ein Investment bei 2 Minuten 2 Millionen [Bildquelle: © Gerry Frank]

 

Gerald: Jochen Schweizer hat bei einer Veranstaltung in Innsbruck einmal gesagt, dass 50% der Show-Zusagen in die Praxis nicht zustande kommen. Nach der Show kommt ein Team, dass das Start-Up nochmal genau unter die Lupe nimmt, Zahlen und Aussagen prüft. Wenn man in der Show gelogen hat oder etwas zurück gehalten hat wie z.B. Schulden oder andere Beteiligungen haben die Investoren das Recht von der Entscheidung nach der Sendung zurück zu treten. Wie geht es nach der Entscheidung in Wirklichkeit weiter?

Nach der Entscheidung wird eine Due-Diligence-Prüfung gemacht. Da werden wirklich alle Patentverträge, Verträge, Businessplan usw. geprüft, ob alles wirklich der Wahrheit entspricht und auch ob man selbst keine Schulden hat.

Gerald: Wer prüft das?

Up: Das prüft das Team der Investmentfirma. Was man bei der ganzen Geschichte nicht vergessen darf ist ja, dass die Investoren in das Start-Up investieren wollen. Es ist nicht so, dass man Bittsteller ist. Man gibt ihnen ja die Möglichkeit, bei seiner Idee mit dabei zu sein und das zu verwirklichen.

Gerald: Puls 4 bietet Start-Ups an eine Homestory zu machen. So bekommen die Start-Ups etwas mehr Sendezeit und ZuseherInnen zusätzliche Storys. Wie war eure Homestory?

Up: Die Homestory ist eine tolle Sache, weil das die erste Möglichkeit ist, Erfahrung vor der Kamera zu sammeln. In unserem Fall war es so, dass Puls 4 ein Kamerateam und eine Regisseurin engagiert hat. Das Team hat ein Konzept entworfen und sich dann mit uns zusammengesetzt. Sie waren mit uns einen ganzen Tag in Innsbruck unterwegs. Von morgens 7 Uhr bis nachmittags 17 Uhr. Es wird extrem viel aufgenommen für letztendlich drei, vier Minuten. Wir sind mit dem Ergebnis auch sehr zufrieden.

Gerald: Das heißt, dass man das vorab bespricht?

Up: Es gibt ein Storybook, das man gemeinsam schreibt. Wir haben dann beim Sonnenaufgang am Marktplatz das UP STREAM SURFING-System aufgebaut und wir surften ein paar Runden. Davon wurden Sequenzen gefilmt. Dann sind wir zu unserem Standort in Kranebitten gefahren. Nach der Mittagspause sind wir noch einmal kurz auf den Berg hochgefahren, um die Mountainbike-Sequenz zu drehen. Die hat mir nicht ganz so gefallen. Sonst war alles wirklich super, echt gut geschnitten und gut zusammengefasst.

 

Das UP STREAM SURFING System im Einsatz in Innsbruck [Bildquelle: © UP STREAM SURFING]

 

Gerald: Warum warst du mit der Mountainbike-Story nicht zufrieden?

Up: Weil ich mir besser überlegen hätte sollen, wie ich mich vorstelle. Wir haben das oben auf dem Berg gedreht. Das Kamerateam ist mit dem Auto hochgefahren und ich musste schnell den Berg mit dem Fahrrad hochtreten. Ich bin dann mit einem knallroten Kopf oben angekommen. Es war ein sehr heißer Tag und es war echt anstrengend und das sieht man auch im Video.

Gerald: Es gibt ja einen Vertrag mit dem Sender, nicht nur mit den Investoren. Was dürft ihr eigentlich erzählen und was nicht?

Up: Man darf jetzt nicht Details ausplaudern, über die Verträge, über die Inhalte oder wie die Investmentvereinbarung aussieht. Da sollte man eher diskreter sein und im Vorfeld darf man auch nicht erzählen, ob man ein Investment bekommen hat. Wir haben nach der Show auf der Skinovation 2019 einen Vortrag über Investmentshows gemacht: Pro und Kontra und wie alles so abläuft. Das habe ich zuvor mit Puls 4 abgesprochen und das war gar kein Problem. Sie wollten sogar jemanden von Puls4 schicken. Außerdem ist auch vertraglich festgelegt, dass ich nur positiv über die Sendung reden darf, wenn ich gefragt werde, muss ich sagen, dass es eine positive Erfahrung gewesen ist. Auch wenn ich es lustig finde, dass das im Vertrag steht.

Gerald: Und, wie beurteilst du jetzt deine Erfahrung bei 2 Minuten 2 Millionen?

Up: Es war eine sehr positive Erfahrung. (lacht) Ernsthaft, das Team von Puls4 und die Investoren sind wirklich nett und hilfsbereit. Es war eine intensive Zeit und ich würde es sofort wieder tun.

Gerald: Warum sollte man UP STREAM SURFING live ausprobieren?

Up: UP STREAM SURFING ist etwas Neues. Normalerweise kommt man nicht dazu, auf dem Fluss in seiner Stadt, gegen die Strömung, flussaufwärts zu surfen. Wer ein einmaliges Erlebnis haben will oder einfach mit 25 km/h und einem fetten Grinsen im Gesicht flussaufwärts surfen will, sollte UP STREAM SURFING testen. Man muss nicht surfen können. Die einzige Voraussetzung ist, dass man schwimmen kann. Den Rest bringen euch unsere lieben, tollen und fantastischen Surf-Coaches bei.

 

 

Gerald: Ich habe gehört, ihr kommt heuer auch in meine Heimatstadt Steyr. Wo kann man überall mit UP STREAM surfen?

Up: UP STREAM Surfen kann man in Innsbruck und in Zürich, das könnt ihr auch auf unserer Webseite www.upstreamsurfing.com buchen. Wir machen dieses Jahr eine Promotion-Tour durch Steyr, Ingolstadt, Kufstein, Pfunds, Salzburg, Landshut, Ulm und Villach. Wenn ihr wissen wollt, wann wir wo sind, dann folgt uns am besten auf unserer Facebook-Seite.

Gerald: Was würdest du einem Start-Up, einem Unternehmen oder einem Gründer/einer Gründerin raten, wenn sie/er sich für so eine Fernsehshow bewirbt?

Up: Auf jeden Fall: Es zu versuchen! Macht das und habt keine Angst davor! Es ist auf jeden Fall etwas, das euch was bringt, egal ob ihr ein Investment bekommt oder nicht. Ihr werdet euer Produkt und euch selbst besser kennenlernen. Ich glaube wirklich, ein Diamant entsteht unter Druck und so ist es auch bei Start-Ups. Steckt man zu viel Zeit in die Vorbereitung und Optimierung der Prozesse, so verpasst man vielleicht den Moment, in dem man schneller wachsen hätte können.

 

Michael Strobel beim UP STREAM SURFING in Innsbruck [Bildquelle: © GOT iT! / UP STREAM SURFING]

 

Gerald: Vielen herzlichen Dank für deinen Blick hinter die Kulissen Michael. Wir wünschen euch weiterhin unendlich viel Erfolg und eine großartige UP STREAM SURFING-Tour!

Dein Pitch-Trainer
Gerald Kern 

 

P.S.: Mehr Informationen zu Up-Stream-Surfing findet ihr unter www.upstreamsurfing.com und den Pitch von den beiden findet ihr bei 2 Minuten 2 Millionen – UP STREAM SURFING im Pitch.

 


UP STREAM SURFING

verspricht ein unvergessliches, sportliches Erlebnis mitten in der Stadt, inklusive hohem Spaßfaktor. Der Surfer kann mit einem speziell entwickelten System 300 Meter flussaufwärts, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 35 km/h surfen. UP STREAM SURFING Kurse werden sowohl für blutige Surfanfänger als auch für fortgeschrittene Surfer angeboten. Die Kurse, kommende Events und Details zum Konzept findest du auf www.upstreamsurfing.com.

Quellen: 

 

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